Männersache. Was Männer von Frauen lernen und warum das kein Grund zur Freude ist.

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Liebe Klienten und Interessierte,

das Thema, wie die beiden Geschlechter besser miteinander sein können, beschäftigt mich immer wieder in der Beratung. Keine Familienberatung, in der die Paarbeziehung nicht auf’s Tapet kommt. Kein Business-Coaching, in der die unterschiedlichen Auffassungen und Herangehensweisen von Männern und Frauen nicht Beziehungen und somit Produkte oder Dienstleistungen stärken oder schwächen würden.

Menschen – Männer wie Frauen – die nach mehr Bewusstsein, Klarheit, Authentizität und verbesserten Beziehungen streben, sind diejenigen, die Vorträge oder Seminare besuchen und zu uns Beratern ins Coaching gehen.

Dort steht die Auseinandersetzung mit den breiter und tiefer gewordenen Ansprüchen auf der Tagesordnung. Jene Liste, aufgrund derer sich die an Persönlichkeitsentwicklung Interessierten fühlen, als müssten sie zur eierlegenden Wollmilchsau mutieren. Das eigene Aussehen zu optimieren ist längst nicht mehr auf das weibliche Geschlecht reduziert. Kochen – oder wenigstens gescheit Grillen – zu können, ebenfalls. Den eigenen Teil an Hausarbeit, Beitrag zum wirtschaftlichen Auskommen sowie eine gleichwürdige Beziehung zu den Kindern zu meistern – das alles sind keine „Frauen- bzw. Männerdomänen“ mehr.

Ein Blick auf den Markt der angebotenen Konsumartikel zeigt, dass diese These Bestand hat. Zeitschriften für die Beauty des Mannes, seine ausgewogene Ernährung, männliches aber emotional verfügbares Vater sein – es sind die gleichen Segmente wie sie für Frauen schon seit Jahrzehnten existieren.

Nun könnten Frauen sagen: „Jetzt wisst ihr endlich mal, wie es uns seit Ewigkeiten ergeht“. Was uns weiter auseinander bringen statt zusammen führen würde.
Und die Gefühle, welche die suchenden und strebenden Menschen empfinden, sind nicht jene welche wir haben wollen: Druck und Versagensangst. Beides lässt uns immer wieder zu alten Mustern greifen. In diesem Fall: Wer überfordert ist greift zum alten Rollenbild: Er sorgt für das wirtschaftliche Auskommen. Sie für die Kinder und den Haushalt.

Die Herausforderung für uns Entwicklungsinteressierten ist immer gleich: Finde Deinen eigenen Weg unter all den Angeboten!
Im Umgang mit Deinen Kindern, Deiner Frau, Deinem Mann, Deinen ExpartnerInnen, Deinem Arbeitgeber, mit Deinen FreundInnen und im Leben mit Dir selbst.

Doch in genau einem entscheidenden Detail unterscheiden wir uns! Wir Männer und Frauen.

Männer dürfen nicht vom Pferd fallen.
Wir Frauen, die lange nicht am gesellschaftlichen Leben und seinen Entscheidungen teilhaben durften, wir widmeten uns unseren Emotionen und der Auseinandersetzung mit ihnen.
Männer hingegen dürfen auch heute nur selten zugeben, dass sie die gleichen Unsicherheiten haben wie wir Frauen.
Nicht verzweifelt und ratlos vor uns stehen, die Tränen in den Augen; Angst davor, Hilfe zu suchen und anzunehmen – ist Mann dann noch ein Mann?
Wir Frauen können meist schlecht bis gar nicht mit der männlichen Sinnsuche umgehen. Wir wollen sie strahlend sehen. Die männlichen Helden.

Bei den Versuchen, in den verschiedenen Lebensbereichen ihr Bestes zu geben, sind wir Frauen oft ungeduldig. Sehen die falsche Mütze auf des Kindes Kopf, die Weißmehl ‚verseuchten‘ Aufbackbrötchen, die falschen Müllbeutel, die verkrusteten Essensreste am Topfdeckelrand trotz spülen, die verpasste Beförderung, die Delle im Auto und die defekte Waschmaschine, für die Frau auch noch den Handwerker rufen muss.

Nun kann jeder von uns etwas zur Auflösung dieses Dilemmas beitragen.

Kinder – Jungs wie Mädchen – müssen auf dieses vielfältige, schöne und bunte Leben mit all seinen Facetten vorbereitet werden. Sie sollten in möglichst vielen Bereichen Erfahrungen machen dürfen. Es sollte ihnen – geschlechtsunabhängig – kein Bereich fremd sein. Ihnen alters- und typgemäß Aufgaben zu übertragen liegt in unserer Verantwortung. Ebenso, ihren Selbstwert zu erhalten und sie in ihren Fähigkeiten stärken, statt ihre Defizite zu betonen.

Männer sollten stabil ihren Weg gehen. Weiter suchen, bis es sich richtig anfühlt. Den Einsatz ihrer Frauen der sich oft – und manchmal tatsächlich – anfühlt wie ein „Du machst es nicht gut genug“, mit Humor nehmen und abwägen, wann sie liebevoll ihr Ding machen und wann sie dem Rat ihrer Frauen folgen. Verständnis für ihre schnellen Frauen aufbringen, die eine anstrengende Historie hinter sich haben, die sie wohl oder übel dazu brachte, nach dem Dasein der eielegenden… Sie wissen schon… zu streben.

Wir Frauen haben ebenfalls eine Menge beizusteuern, um dieser anhaltenden Frustration Einhalt zu gebieten – denn (die meisten) Männer lieben Frauen. Und was wir als normal widerspiegeln, ist für diese leichter umsetzbar. Dazu ein liebevoller Blick auf das Engagement des Mannes. Verständnis für das Gefühl der Zerrissenheit, das uns eint. Respekt vor der Anstrengung, es besser machen zu wollen als die Männergenerationen vor ihnen. Sich das Besserwissen verkneifen und Männer ihre Erfahrungen machen lassen, sie einfach liebevoll und ohne Häme mögliche Konsequenzen er-fahren lassen.

Dazu die Liebesbeweise, der Witz und die Musik, die Sie verbinden und die Ihnen kein Coaching beibringen kann. Die Sprache, die Sie sprechen und die Ihre paar-eigene ist. Jene, die jeden Konflikt überhaupt erst erträglich macht. Gepaart mit dem Selbstverständnis, dass Beziehung stets ein mit- und voneinander lernen für persönliches Wachstum ist.

Bleiben Sie einander gewogen. Für sich und Ihre Kinder.
Ob in Trennung oder unter einem Dach.

Mit den besten Wünschen,

Ihre Eva Klein

p.s.: Und ja. Absolut. Selbstverständlich. Beziehung funktioniert nur, wenn beide sich ein Ruder nehmen und paddeln. Sonst drehen Sie sich im Bott des Lebensmeeres im Kreis. So lange, bis einer aussteigt. Weil alleine rudern für zwei auf Dauer erschöpft.
So ist das. Mit der Freiheit. Sie verpflichtet zum ’sich positionieren‘. Mit all seinen potentiellen Fehlerquellen.