Great expectations.

Blogbeitrag / Führung / Selbstliebe

An Silvester knallt es. Und an Weihnachten manchmal richtig.

Liebe Klienten und Interessierte,

Christmas is a time when you get homesick – even when you are home, sagte Carol Nelson.
Keine Zeit des Jahres bringt das Bedürfnis unserer individualisierten Gesellschaft nach Gemeinschaft so klar zum Ausdruck wie das Fest der Liebe. Schließlich ist die Familie das Land des Herzens (Giuseppe Mazzini).

Doch warum fühlt sich diese Zeit – für manche mehr für andere weniger – nicht nur gut, leicht und geborgen an? Wie können die Tage gemeinsam und friedlich verbracht werden?

Nach einem guten Essen ist man bereit jedem zu verzeihen. Selbst den eigenen Verwandten, meinte Oscar Wilde, weshalb es nicht unerheblich ist zumindest bei der Definition eines guten Essens einen halbwegs gemeinsamen Nenner zu haben. Rituale helfen hierbei, denn wenn es etwas schon immer gab ist das einfach so und oft ruft die Vorfreude auf das Essen Glücksgefühle hervor, die Sorgen in den Hintergrund rücken lassen.

Sorgen. Welche Sorgen?
Kinder, die längst ein erwachsenes, eigenes Leben führen und sich vielleicht immer noch in der (emotionalen) Verantwortung für ihre Eltern sehen. Großeltern, die bestimmtes Verhalten von den Enkelkindern erwarten und der Schwiegertochter für ihre „schlechte Erziehung“ entsprechende Wertungen entgegenbringen. Geschwister, die auch nach 30 Jahren noch die gleichen „nervigen Kommentare und Sticheleien“ an den Tag legen.

Unabhängig davon wie sehr Sie an sich gearbeitet haben Ihre wunden Punkte in den Griff zu bekommen: Andere sein zu lassen wie sie sind, sich auf Ihre Bedürfnisse zu konzentrieren und manchmal von (un-ausgesprochenen) Erwartungen abzugrenzen, Ihre Bedürfnisse angemessen zu äußern und das ein oder andere nicht all zu persönlich zu nehmen: Weihnachten ist der ultimative Endjahrestest, ob die Veränderung Bestand hat.

Denn hier, in der Familie, wurden die wunden Punkte entzündet, gegründet und gefestigt. Wer jetzt nicht auf die alten Trigger anspringt hat ihn geschafft, den persönlichen Test. 

Wie das geht? Da hilft nur eines: keine Erwartungen zu haben.

Erwartungen sind, meiner Erfahrung nach, komplett aus dem Leben zu streichen. Es ist besser diese mit Antworten auf die Fragen: was brauche ich, was ist mir wichtig?, zu ersetzen. An Weihnachten, meiner Beziehung zu mir, meinem Partner, meiner Frau, mit den Kindern, im Beruf?
Ein klares Bewusstsein über die eigenen Bedürfnisse ist dafür unabdingbar. Äußern Sie gegebenenfalls diese Wünsche. Schauen Sie, was Sie bekommen und wie Sie damit umgehen wollen, wenn Sie auf „taube Ohren“ stoßen.

Fakt ist: Ein klarer Standpunkt bringt ans Tageslicht, wo Sie und Ihr Gegenüber jetzt in der gemeinsamen Beziehung stehen. Von dort aus lässt sich weiter schauen. Vielleicht nicht direkt unterm Baum, aber doch in der Zeit danach.

Weihnachten ist gleichzeitig die Chance, sich in Gelassenheit und liebevoller Abgrenzung zu üben. In Wohlwollen und Verständnis. In Annahme und Selbst-Liebe.

Das geht nur in dem wir Erwartungen abstellen und die Familie als das nehmen aus was sie besteht: Human beings. Nicht human doings und Erfüller von Erwartungen. Dass gilt besonders für die eigene Person. Wie müssen Sie sich verhalten, dass Sie zufrieden mit sich sind, dass es Ihnen gut geht? Erwarten Sie nichts von sich. Denn wenn Sie es sich nicht geben konnten ist es allemal gesünder den Gedanken zu haben es beim nächsten Mal besser machen zu wollen, als sich zu sagen, dass man von sich enttäuscht ist und man nun der Täuschung ein Ende bereitet hat. Das kann nur frustrieren und ermatten.

Mit diesen Gedanken wünsche ich Ihnen und Ihren Familien erwartungsfreie, schöne Festtage und einen energiereichen, liebevollen Start in 2018!

Bis zum neuen Jahr mit herzlichen Grüßen,

Eva Klein

P.S. Das klingt für Sie unmöglich? Unglaublich anstrengend? Einen Kassenschlager habe ich dann noch: Failure is nature’s plan to prepare you for great responsibilities. (Fehler zu begehen ist der Plan der Natur, Sie auf große Verantwortung vorzubereiten). Napoleon Hill
Die Verantwortung, Ihr Leben zu führen und es nicht über sich ergehen zu lassen. Sie sind der Gestalter Ihrer Realität.