Dutzen Sie schon oder siezt Du noch?

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Die Welt.
Liebe Klienten und Interessierte, 
das neue Jahr ist bereits in vollem Gange: die RTT Hypnotherapie haut mich und Sie gleichermaßen um. Die Erfolge sind fantastisch und auch im Magazin managerSeminare konnte ich einen Artikel für Manager und Führungskräfte veröffentlichen, der sich mit der Beseitigung innerer Hürden für erfolgreiches (unternehmerisches) Führen beschäftigt. 

In diesem Artikel, wie auch in meinem Newsletter, meinen Sitzungen mit Ihnen und während meiner Vorträge, selbst in Supervisionen: ich sieze Sie.

Während wir überall das Du angeboten bekommen, das Du ist in den sozialen Medien die Standard-Anrede, genieße ich es Sie zu sagen. 
Es ist ein Bauchgefühl, nach dem ich handele.

Ich denke schließlich nicht, dass Sie über mir oder ich über Ihnen stehe. 
Für mich ist es eine respektvolle, so wie Sie und mich achtende Variante, bei der jede der beteiligten Seiten die Chance hat emotional einen Schritt zurück zu treten, sofern man das möchte. Die klassische professionelle Distanz, sozusagen, die uns auch hilft, die Tiefen, in die wir gemeinsam als fast „Fremde“ steigen, meistern zu können.

Wie prekär ein pauschales Du ist habe ich erlebt, als mir ein Trainer, den Sie vielleicht aus dem Fernsehen kennen, wie allen anderen Seminarteilnehmern auch, das Du anbot.
Alles war locker und easy.

Das Seminar war längst vorbei und ich traf ihn ein Jahr später auf einer Konferenz wieder. 
Ich spürte, dass es sich nicht gut anfühlte ihn zu dutzen. Doch ich wollte die Probe auf’s Exempel machen.
Wir trafen uns also auf dem Gang des Kongresszentrums und ich sprach ihn ‚gnadenlos‘ mit seinem Vornamen an. Er zuckte zusammen und Sie können sich sicherlich vorstellen, wie angespannt und kurz die Konversation war, die wir anschließend hatten. Ich spürte sein Bedürfnis mich zu fragen, wie ich auf die Schnapsidee komme ihn zu dutzen. Ich hatte mich als Eva aus einem seiner Seminare vorgestellt, was ihn jedoch wenig überzeugt hatte.

Für mich war diese Reaktion verkrampft und sein Gedanke „was glauben Sie, mit wem Sie hier sprechen“ dermaßen deutlich zu spüren, dass ich keines seiner Seminare mehr besuchen konnte. 

Für mich gibt es zwei Regeln bei der Auswahl der Anrede:
1. Authentizität. Da es kein Richtig oder Falsch gibt, welche Ansprache nun die passende ist, sollte die Wahl ausschließlich zu Ihnen passen. Sie werden die entsprechenden, passenden!!! Menschen in Ihr (Berufs-) Leben ziehen.
2. Konsistenz. Wenn wir Menschen das Du anbieten sollte uns klar sein, dass wir es bis zu einem offiziellen Widerruf – der meist mit heftigen Disharmonien einhergeht und nicht selten das Siegel für die Beendigung einer Beziehung ist – abgesegnet haben. Alles andere lässt uns unglaubwürdig erscheinen.

Bleiben Sie sich also weiterhin treu. Sie wissen, was gut für Sie ist – und dann ist es das automatisch auch für Ihre Kinder, Kunden und Mitarbeiter.

Mit den besten Wünschen für ein authentisches, erfülltes und wachstumsreiches 2019!

Ihre 😉 Eva Klein

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