Lassen Sie Ihre Angst nicht Ihre Standards senken.

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Weder in der Liebe, noch im Beruf oder mit Ihren Kindern.
Liebe Klienten und Interessierte, 
zur Zeit beschäftige ich mich viel mit dem Thema der Mittelmäßigkeit. Mit der Frage, warum wir so oft angehalten sind klein zu denken statt Großes zu wagen.

Es ist ein Überbleibsel der Kriegs- und Nachkriegsgenerationen sich Dinge schön zu reden, an denen es nichts schön zu reden gibt.
Seien es Geschäftspartner, Klamotten, Anschaffungen oder der Partner im Leben. Vor 80 und auch noch vor 60 Jahren gab es die Fülle, die wir heute erleben, nicht einmal im Ansatz, sondern die Kriegsschrecken und die Schmach über die begangenen Verbrechen zwangen alle zum sich ducken und nicht auffallen. 
Dazu die Vorhaltungen, dass die Generation Y sich zu schnell trennt und zu schnell aufgibt.
Was aber, wenn sie von Anfang an einfach eine unpassende Wahl trifft – ob im Beruf oder der Liebe – und dann zu lange darin verharrt, weil sie eben nicht aufgeben will? Weil die Schmach, sich Fehler einzugestehen, einen Rückwärtsgang einzulegen, das sind, wovor sie so lange zurückschrecken, bis sie ihren Turner-Point erreicht haben und alles „hinwerfen“? (TP = die absolute Ober-Schmerzgrenze, die immer über dem erlernten Schmerzlevel liegt.)

„Man kann nicht alles haben!“
„Stell‘ Dich mal nicht so an!“
„Will, will, will – weißt Du, was ich alles will?!“
„Der Esel nennt sich immer zuerst!“ (Was beneidete ich schon als Schülerin die englische Sprache um das groß geschriebene I, dass uns selbstbewusst zum schöpferischen Teil dieser Welt machte.)

Träume, die nichts anderes sind als der in die Zukunft gerichtete Blick für das eigene Leben, werden schon im Kindesalter erstickt, Visionen beschnitten, dem Kind der Größenwahn und Egoismus unterstellt.

Kein Wunder also, dass wir uns alle in Yoga-Kursen und Trommelstunden wieder finden, weil wir nicht mehr wissen wer wir sind und was wir eigentlich wollen.

Warum ist das so?

Warum leben wir immer noch in einer Welt, in der der Leitsatz „lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach“ ein wichtiger Antreiber ist? Warum träumen wir nicht groß?

Wer sich selbst nicht wichtig nehmen sollte, der hat dies oft auch nicht getan. Der hat sich seine eigenen Wünsche, das Gespür für sich und seine Integrität, für sein Umfeld und seine Vorbilder, abtrainiert. 
Dahinter steckt in der Regel einer der Glaubenssätze:
– Ich bin nicht genug (für die Liebe, das Gehalt, den Traumjob, die Reise…)
– Es steht mir nicht zur Verfügung (die Liebe, das Gehalt, der Traumjob, die Reise…)
– Ich gehöre nicht dazu (zur Gruppe der Erfolgreichen, Liebenden, Glücklichen…)

Aus der Angst davor, von den eigenen Kindern nicht geliebt, vom Partner missachtet, von der Gesellschaft kritisch beäugt zu werden, übergeht man die eigenen Grenzen und Werte und sieht sich am Ende doch mit der unausweichlichen Wahrheit konfrontiert: das war nichts, ich muss hier raus, das muss ich anders machen.

Oft sind den Betroffenen die Wurzeln ihrer Freude beschneidenden Glaubenssätzen und sie klein haltenden Überlebensstrategien bewusst, doch wie soll man sie überwinden?

Lassen Sie sich von dem äußeren Druck, sich mit Mittelmäßigkeit zufrieden zu geben, nicht beeindrucken. Schon gar nicht, wenn es sich um bedeutende Entscheidungen dreht. Wo und wie will ich wohnen? Mit wem? Wie und mit wem will ich arbeiten? Was sind meine Wunschkunden? Lasse ich das meine Kinder machen?

Bleiben Sie sich treu und trainieren Sie Ihr Rückgrat. 
Trainieren Sie das Gespür für sich schon beim Hosenkauf. Ist das Ihre Hose? Passt sie Ihnen perfekt und macht Sie sie noch schöner? Sie muss für Sie perfekt sein, dann hat sie eventuell immer noch Makel, aber für Sie ist sie eben perfekt.
Falls nicht, lassen Sie es. Sie brauchen nicht auf Biegen und Brechen eine neue Hose – warten Sie. Die richtige kommt schon noch. Vertrauen Sie darauf. Bleiben Sie sich treu.
Und dann ersetzen Sie nach und nach die Hose durch alle weiteren anstehenden Entscheidungen: Wohnung, Haus, Freundin, Partner, Beruf, Arbeitgeber…

Denken Sie dabei gerne an Manuel Neuer: Als er Schalke verließ, um in Bayern Torwart zu werden, musste er emotional durch die Hölle. Die alten Fans und der Verein, dem er eigenen Aussagen zufolge seine ganze Basis verdankt, verschmähten ihn plötzlich. 
Warum? Weil er größer dachte. Bei aller Liebe zu seinem Verein – Weltfußballer konnte er dort nicht werden. 
All diesen inneren Konflikten und äußeren Widerständen zum Trotz hat Neuer es in die Weltrangliste geschafft. Er hat seinen Traum wahr gemacht. 

Seien Sie sich selbst Ihr eigener Torwart. Selektieren Sie weise und starten Sie unter Umständen etwas Neues. Privat oder beruflich. 
Denken Sie dabei immer daran: am Sterbebett werden all die Kritiker und Nörgler nicht sein. Auch Ihre eigenen Eltern nicht. Niemand. Den Weg gehen wir alleine. Da sollte die vorangegangene Reise etwas gewesen sein, was uns stolz macht und mit Freude erfüllt. 

Mit diesem Weckruf pünktlich zum Frühling wünsche ich Ihnen eine sonnige, revolutionäre und fantastische Sommerzeit.

Bis im Mai mit den besten Grüßen,

Ihre 
Eva Klein

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